Winterwanderung zur Rabenklippe in Bad Harzburg

Die familienfreundliche Wanderung führt rund um Bad Harzburg über das Luchsgehege zur Rabenklippe und schließlich zum Großen Burgberg. Dabei gibt es einiges zu entdecken.

Die erste Wanderung dieses Jahres führt mich in Begleitung meines Partners an einem winterlichen Sonntag in den Nationalpark Harz nach Bad Harzburg.

Von Raben, Luchsen und Eulen – wandern im Harz

Auf Empfehlung einer Arbeitskollegin habe ich eine Rundwanderung von Bad Harzburg zur Rabenklippe und dem Luchsgehege geplant, die uns auf dem Rückweg bis zum Burgberg bringen soll. Ich musste im Vorfeld etwas Überzeugungsarbeit leisten, um tatsächlich bereits 10:15 Uhr auf dem Großparkplatz an der Nordhäuser Straße in Bad Harzburg einzubiegen, da mein Freund eine Nachteule ist. Dafür haben wir aber auch kein Problem, noch einen Parkplatz zu ergattern. Es kann also auf die rund 12 Kilometer lange Tour gehen. Der Weg ist die ganze Zeit über super ausgeschildert.

Im Winterwald den Alltag vergessen

Vom Parkplatz geht es auf der Fußgängerbrücke über die B4 in den Wald. Man läuft direkt auf eine Weggabelung zu und hält sich links Richtung Molkenhaus. Dann biegen wir gleich wieder rechts und gehen erst einmal eine ganze Weile stetig bergan durch den leicht verschneiten Winterwald. Wandertouren im Winter habe ich noch nicht so oft unternommen, deswegen habe ich mich ein wenig zu warm angezogen. So müssen wir schon nach den ersten Metern einen kurzen Zwischenstopp machen und ich lege eine meiner Zwiebelschichten ab. Weiter geht es bergan. Der Weg führt durch ein ruhiges Waldstück, anders als an schönen Sommertagen treffen wir hier heute keine Menschenseele. Das mag ich ja sehr gerne beim Wandern – die Natur in Ruhe genießen. Lediglich den Straßenverkehr nehmen wir noch ein wenig wahr.

Nach einer Weile führt unser schmaler Waldweg auf eine breite, ebenfalls verschneite Forststraße, der wir weiter folgen. Kurze Zeit später taucht auf der rechten Seite auch bereits das Molkenhaus auf. Anscheinend ist es ein uriges Ausflugslokal, aber da wir noch nicht allzu lang unterwegs sind, beachten wir es nicht weiter und gehen bis zum nächsten Wegweiser. Dieser schickt uns weiter den Forstweg entlang in Richtung Luchsgehege. Immer wieder gibt es Kreuzungen, die Richtung Burgberg führen, aber wir halten uns zunächst auf dem Hauptweg und gehen geradeaus. Ungefähr 90 Minuten nach unserem Start am Parkplatz erreichen wir schließlich das Gehege.

Gezeigt wird die Aussichtsplattform des Geheges.
Von der Aussichtsplattform kann man das Luchsgehege gut überblicken.

Auf Safari im Luchsgehege

Insgesamt ist heute anscheinend eher wenig los, denn bis jetzt haben wir kaum andere Menschen getroffen. Das mag vielleicht auch am Wetter liegen. Es ist ziemlich windig und die Sonne kann sich nur sehr schwer durch die dicke Wolkendecke kämpfen. Wir müssen uns gar nicht lang gedulden bis ein stattlicher Luchs sich uns vorstellt. Er beäugt uns argwöhnisch aus seinem Gehege heraus. Wenig später entdecken wir einen zweiten Luchs. Ohne Teleobjektiv ist ein scharfes Foto der Tiere allerdings nicht möglich und so beobachten wir sie einfach eine Weile. Sie sind größer als wir es uns vorgestellt haben und sehen sehr flauschig aus. Da wir beide große Katzenfans sind, würden wir sie eigentlich gern knuddeln. Nur würde das wahrscheinlich nicht gut ausgehen. Da die Tiere heute offensichtlich etwas faul sind und uns im Stehen langsam kalt wird, beschließen wir unseren Weg Richtung Rabenklippe fortzusetzen.

Das Bild zeigt den Weg vom Luchsgehege zur Rabenklippe
Auf verschneiten Wegen finde ich wandern im Harz noch schöner.

Vom Tiergehege ist der Weg nicht mehr weit bis zu der Felsformation. Die Aussicht ist heute leider nicht so gut, dennoch freue ich mich über Metallstufen auf den Gipfel klettern zu können. Die kleine Gipfeleroberung ist eine meiner leichtesten Übungen.

Das Bild zeigt den Blick von der Rabenklippe.
Von der Rabenklippe aus kann man an klaren Tagen bis zum Brocken schauen.

Österreichische Kulinarik bei Bad Harzburg

Inzwischen ist es 12 Uhr, also eine gute Gelegenheit, um die Wärme in der Waldgaststätte zu nutzen. Mit einer heißen Zitrone, die dem Spruch „sauer macht lustig“ wirklich alle Ehre macht und einem Flöff – dem Spezialgetränk des Hauses – wärmen wir uns auf und stärken uns noch mit einer großen Portion Germknödel. Für den Preis erhält man auf jeden Fall eine ordentliche Portion. Mein Freund war von seinem Germknödel sehr angetan und auch den Flöff kann er absolut weiterempfehlen. Der rustikale Charme des Wirts und des Personals tat sein Übriges dazu. Wer hier mit einer größeren Wandergruppe unterwegs ist, sollte übrigens zur Mittagszeit reservieren. Es war überraschend gut gefüllt.

Auf dem Foto ist das Waldgasthaus Rabenklippe zu sehen.
Das urige Waldgasthaus befindet sich direkt am Aussichtspunkt Rabenklippe.

Ein Stück Geschichte auf dem Großen Burgberg

Nach etwa einer Stunde machen wir uns gut erholt und wieder warm zurück auf den Weg. Nun geht es erst einmal ein Stück des Weges entlang, den wir schon auf dem Hinweg gelaufen sind, bis wir rechts an einer Köhlerhütte abbiegen und dem Schild Richtung Burgberg folgen. Ich bin froh, dass wir den breiten Forstweg an dieser Stelle wieder verlassen können und ein etwas schmalerer Waldweg nun immer eben hin Richtung Burgberg führt. Sonst wäre der Rückweg ein wenig zu eintönig. Je näher wir dem Burgberg kommen, desto mehr Wanderer kommen uns entgegen. Von Bad Harzburg führt übrigens tatsächlich eine Seilbahn hinauf zum Gipfel! Wir kämpfen uns den kleinen Anstieg hinauf zu den Überresten der ehemaligen Burganlage. Ein Modell zeigt wie es hier früher ausgesehen haben muss und hier oben pfeift ein eisiges Lüftchen.

Da Bild zeigt ein Modell der ehemaligen Burganlage.
Mit dem Modell erhalten wir einen guten Eindruck vom damaligen Leben auf der Burg.

Nach dem historischen Stelldichein wandern wir gemütlich, aber sehr vorsichtig Richtung Talstation in Bad Harzburg. Der Weg ist ziemlich glatt und man muss schon ein wenig aufpassen, wohin man tritt – da helfen auch die guten Winterschuhe von Lowa nicht allzu viel. Aber abgesehen davon, bin ich mit diesen sehr zufrieden. Sie schützen vor Nässe, haben ein vernünftiges Profil und sind innen gefüttert, sodass selbst ich als Frostbeule keine Angst vor kalten Füßen haben muss.

Auf Wiedersehen Bad Harzburg!

Durch den Kurpark geht es schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Die kleine Wanderung hat inklusive Mittagessen ziemlich genau vier Stunden gedauert und wir sind wirklich sehr, sehr gemütlich gegangen. Die Wanderung ist für alle Hobbywanderer geeignet und lässt sich auch prima mit Kinder laufen.

Menü schließen